ESO Community Spotlight – Cindys unmögliche Heime  

14.12.2018

Cindy baut umfangreiche, unglaublich detaillierte Szenerien mithilfe des Wohn-Editors. Schaut euch ihre tollen Kreationen im Spiel an und erfahrt, wie sie diese umsetzt!


Was inspiriert dich, solch detaillierte und „moderne“ Strukturen und Schauplätze mit dem Heimsystem von ESO zu erschaffen?

Entweder Dickköpfigkeit oder Irrsinn … Da bin ich nicht ganz sicher!

Natürlich ist da auch noch die Überfülle an Einrichtungsgegenständen und Stilen in ESO, denn diese Bandbreite ist zweifelsohne eine Inspiration. Egal, welche Region Tamriels man nachbauen möchte, es gibt Dutzende, wenn nicht gar Hunderte Accessoires, damit es perfekt aussieht. So viele Einrichtungsgegenstände, unzähliger Krimskrams, eine ganze Baumschule voller Gewächse! Ich habe zahlreiche ESO-Heime in verschiedensten traditionellen Stilen eingerichtet und liebe immer noch jedes einzelne: von meinem riesigen Telvanni-Pilzturm bis hin zu meinem Startzimmer in Auridon.

Und dennoch hat es etwas unglaublich Befriedigendes, mithilfe eines fantasievollen Einrichtungssystems etwas vollkommen Unerwartetes anzustellen. Denn keines der Dekorelemente war dafür bestimmt, keine der Strukturen wurde dafür erdacht; der ganze Wohn-Editor war nicht hierfür vorgesehen. Nichtsdestotrotz baut man so lange, bis es funktioniert, und perfektioniert es, und das Ergebnis wird absolut großartig aussehen, ganz gleich, wie viel gesunder Menschenverstand einem auf dem Weg dahin verlustig ging. Roooaar! Roooaaaar!

Und zu meiner unendlichen Verwirrung hat das bis jetzt wirklich jedes Mal funktioniert. Also.

Dickköpfigkeit ist Trumpf.


Wie lange spielst du schon ESO? Hast du einen Lieblingscharakter?

Ahhh, diese spielt seit The Elder Scrolls: Daggerfall eine Khajiit und sieht keinen Grund, ihrem unerhört geschmeidigen, gepunkteten Schwanz abzuschwören. Womöglich ist diese aktuelle Khajiit-Nachtklinge eine entfernte Vorfahrin der zukünftigen Katzen, die einst ihre Abenteuer bestritten oder bestreiten werden oder bestritten haben werden – bei Vivecs vermutlich goldener rechter Pobacke, die Zeit ist eine komplizierte Angelegenheit! – oder sonst irgendwie von dem Schicksal ereilt wurden, in diesen ausgetretenen Stiefeln umherzustreifen.

Hmm. Diese macht keine Witze über die Stiefel, nur über deren Schäbigkeit. Sie trägt sie nun seit zweieinhalb Jahren. Vielleicht hat der nette Community-Mensch ein Paar neue für sie, ja? Oder vielleicht auch nicht. Khajiit hat die vielen Monate des Reisens in ihnen genossen und sie ins Herz geschlossen.

 Wann hast du angefangen, den Wohn-Editor zu nutzen?

An dem Tag, an dem er live ging, circa zwei Stunden, nachdem das „Homestead“-Update heruntergeladen war. Ich hätte ja früher angefangen, doch man musste erst eine Quest abschließen, um das Heimsystem freizuschalten … außerdem unterlag ich natürlich dem teuflischen Zwang, durch ganz Tamriel zu rennen und die neuen Einrichtungshändler aufzuspüren, um mir anzusehen, was sie im Angebot hatten.

Insgesamt betrachtet ist das Heimsystem die BESTE Ergänzung in ESO, seitdem ich mit dem Spielen begonnen habe. Man kann damit nicht nur Individualität auf einer Ebene zum Ausdruck bringen, mit der weder die Wahl des Kostüms noch des Reittiers mithalten kann, es ermutigt die Spieler darüber hinaus auch dazu, Aspekte des Spiels auszuprobieren, in denen sie sich sonst womöglich nicht ausgetobt hätten. Ich persönlich hatte weder am PvP noch am Gruppen-PvE Interesse: Ich habe mit abgeschaltetem Chat vor mich hin gespielt … bis zu dem Augenblick, an dem ich Verliese abschließen musste, um an die Trophäen der Unerschrockenen als Dekorelement zu kommen. Nun bin ich Mitglied in fünf Gilden, statte meinen Charakter für Veteranen-Prüfungen aus und strebe den Kaisertitel an, denn wer will schon auf den Rubinthron im Heim verzichten? Für den habe ich ein schönes Plätzchen reserviert.

Rosies Bistro in Kalthafen

Wie gehst du vor, von der Planung, über das Bauen bis zum Abschluss eines großen Projektes wie dem Bistro in Kalthafen oder der epischen Zockerhöhle?

Seltsamerweise beginnen meine besten Konstruktionen mit einem einzigen Objekt. Bei der Zockerhöhle war das ein „Gesucht“-Poster. Es war nicht das erste, das ich stibitzt hatte (Khajiit bittet euch, nicht zu urteilen), doch in dem Moment realisierte ich aus welchem Grund auch immer, dass da gar nicht „GESUCHT“ draufsteht. Jedes der Poster ist eigentlich nur eine Skizze mit einem Gesicht drauf, dazu ein gekritzelter Text … fast wie ein klassisches Character Sheet bei Dungeons & Dragons. Dann erinnerte ich mich an die Würfel, die man von Dieben mopsen kann. Die Karte von Tamriel als Errungenschaft. Die kleinen bretonischen Statuetten, die man selbst herstellen kann, und die Schreinsiegel. Vollkommen zusammenhanglose Gegenstände, die plötzlich als Requisiten für einen guten alten Rollenspieltisch in meinem Kopf zusammenfanden.

Mit einem Mittelpunkt wie diesem konnte ich mich auf andere Teile des Raumes konzentrieren: Bücherregale natürlich und eine Xbox. Ein Spielhallen-Bereich. Ein Snackthresen mit Pizzaofen. Brettspiele, jede Menge bequemer Sitze und – oh, mein Gott! – ich musste auf jeden Fall eine Skeeball-Maschine bauen. Und wenn ich dann noch einen Weg finde, wie ich alles neonfarben beleuchten kann, ist der 1980er-Traumkeller perfekt!

Die Zeitspanne zwischen dem Gedanken „Hey, Character Sheets“ bis zu dem Moment, in dem ich wusste, wie das ganze Haus aussehen soll: vielleicht eine Minute. Die Zeitspanne, um es wirklich so aussehen zu lassen: zweieinhalb Monate.

Zum Glück sind die ersten Schritte jeder Konstruktion schnell und einfach erledigt, sodass man das umsetzen kann, während die Inspiration noch frisch ist. Um loszulegen, erstellt ihr erst einmal eine Liste mit jeder wichtigen Komponente, die ihr ins Heim einbauen wollt. Für jedes dieser unverzichtbaren Teile berechnet ihr gewissenhaft, wie viele einzelne Gegenstände nötig sind, um sie zusammenzubauen. Und denkt immer daran: In jedem Heim sind die Plätze begrenzt. Plant also entsprechend, zählt alles und rundet immer, und ich meine: IMMER, auf. Dann kommt das, was ich einen ersten Entwurf nenne. Macht Tabula rasa in eurem Heim und baut anschließend grobe Platzhalter für jede Hauptkomponente. Habt ihr die Einrichtungsgegenstände, die ihr braucht, gerade nicht, könnt ihr Steinblöcke, Kisten oder irgendwas in entsprechender Größe nutzen. Haltet euch nicht mit Details, Präzision oder Ausschmückung auf. Hier geht es nur darum, dass alles in den gewählten Bereich hineinpasst. Dabei schiebt ihr eure Platzhalter umher, bis ihr mit der Positionierung zufrieden seid.

Dann geht es ans eigentlich Bauen! Das ist der tollste … und zeitaufwendigste Teil, falls ihr keine Unmengen an Gold gehortet habt. Seltene Einrichtung und Gegenstände aus Errungenschaften können teuer werden, also kauft ihr immer, wenn ihr es euch leisten könnt, ein oder zwei Teile. Und immer wenn ihr einen Platzhalter entfernen und mit dem Original ersetzen könnt, erinnert ihr euch daran, dass ihr eurem großartigen Heim wieder einen Schritt nähergekommen seid – und dass sich der ganze Aufwand am Ende lohnen wird. Geduld, Aschhüpfer.

 

Bei deinen Konstruktionen finden sich sowohl ganze Strukturen als auch kleinere, beeindruckend detailreiche Szenerien. Inwiefern verändert sich deine Vorgehensweise, je nach Umfang dessen, was du erschaffst?

Komplett! Wenn ich ein ganzes Gebäude wie das Bistro in Kalthafen zusammenstelle, ist das ein bisschen, als würde ich eine Sinfonie komponieren: Jeder einzelne Gegenstand muss aus jedem Blickwinkel perfekt platziert sein, denn davon hängen so viele andere Dinge ab. Szenerien dagegen sind schludrig, von kurzer Lebensdauer und sollen einfach nur Spaß machen. Wenn wir ganze Gebäude mit einer sorgsam ausgearbeiteten Sinfonie vergleichen, sind Szenerien ein Karaokeabend mit den besten Freunden nach einem halben Krug Met und Döner von zweifelhafter Herkunft.

Zunächst müssen sie nur von genau einem Standpunkt aus gut aussehen: Von dem, wo du planst, das Video oder den Screenshot aufzunehmen. Es ist vollkommen schnurz, ob im Boden ein Loch klafft, in dem ein Guar verschwinden könnte, solange vom geplanten Kamerastandort aus etwas die Sicht darauf verstellt. Rückansichten spielen keine Rolle. Sieht ein Sofa von vorn gut aus, ist egal, ob hinten ein Tisch reinschneidet. Dann heißt es: breit grinsen und den nächsten Guar ins Loch schubsen.

Was an Szenerien noch nett ist, dass sie nur für die Aufnahme Bestand haben müssen. Es ist also nicht notwendig, alle Einrichtungsgegenstände herzustellen oder zu kaufen. Was nicht gebunden wird, kann kurz von Freunden ausgeliehen werden. 

Der schönste Unterschied ist dann auch die Zusammenarbeit. Das Zusammenstellen einer Szenerie ist meist der am wenigsten zeitaufwendige Teil des ganzen Prozesses. Was das Ganze positiv verlängert, ist die Zeit, die es braucht, die Leute zusammenzutrommeln, die Kostüme auszusuchen, sich für eine Aktion zu entscheiden und alle so zu platzieren, dass nichts verdeckt wird. Außerdem spielt eigentlich immer irgendjemand einen Streich oder fällt in das Guarloch. Ich liebe Szenerien wirklich.

Tanz, Faktotum, tanz

Du hast in vielen verschiedenen Spielen kunstvolle Heime und Szenerien gestaltet. Welche Funktionen hättest du noch gern im Wohn-Editor?

Es ist ein wenig peinlich das zuzugeben, doch als „Homestead“ zum ersten Mal angekündigt wurde, war ich überzeugt, dass es ähnlich dem System bei Fallout 4 werden würde, das einfach nach ESO übertragen wird. Es sind ja schließlich beides Bethesda/ZeniMax-Spiele, womit es sinnvoll erschien, dass die Teams bereits existierenden Code untereinander austauschen würden? Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so glücklich war, dass ich mich geirrt habe.

Schon ab Veröffentlichung verfügte ESOs Wohn-Editor über drei Vorteile gegenüber Fallout. Erstens: Man kann Gegenstände auf jeder Achse drehen, was weit mehr Optionen für die Nutzung und Platzierung eröffnet. Ein Regal muss nicht nur ein Regal sein: senkrecht ausgerichtet kann es in der Mitte eines Schranks zur Trennwand werden oder zum Bein einer selbst gezimmerten Bank.

Zweitens: Man wird nicht von existierenden Oberflächen begrenzt. Standardmäßig wird jeder platzierte Gegenstand automatisch am nächstgelegenen Boden oder an der nächsten Wand ausgerichtet. Das kann man aber mit einer einzigen Taste abschalten und nach Herzenslust der Schwerkraft den Stinkefinger zeigen. Man kann sogar einen Gegenstand zur Hälfte in ein anderes Objekt oder eine Oberfläche versenken, womit man so viel mehr Kontrolle über die Dekorationsmöglichkeiten hat.

Drittens: Man kann Gegenstände an jede Stelle des Baugebiets zoomen, ohne den Charakter bewegen zu müssen. Ich sage nicht, dass ich in Fallout 4 von unzähligen Vault-Laufgängen geplumpst wäre, während ich versuchte, Lichter an Decken anzubringen … Ich sage nur, dass ich es sehr zu schätzen weiß, dieses Risiko in ESO nicht eingehen zu müssen.

Nachdem mit Murkmire nun die ersehnte Rückgängig-Funktion eingebaut wurde und man Gegenstände miteinander verbinden und als Gruppe bewegen kann, bietet ESO einen der besten Wohn-Editoren, die ich je genutzt habe.

 

Rollenspieltisch

Arbeitest du gerade an etwas Neuem oder Besonderem? Kannst du uns schon etwas verraten?

Es gibt ja dieses wunderbare Stück Land namens Lichtung des Jägers, das mich reizt, seitdem ich es mir zum ersten Mal in der Vorschau angesehen habe. Da es in Hircines Ebene des Reichs des Vergessens liegt, ist die Umgebung … tja … wirklich, wirklich falsch, auf die richtige Art und Weise. Der unheimliche Himmel, das beklemmende orange Licht … das stille Waldgebiet, bei dem man nach und nach mitbekommt, dass es mit menschlichen Knochen ausgelegt ist, die so alt und fleckig sind, dass sie im Dreck fast verschwinden – die verbleichende Ernte einer längst vergessenen Apokalypse …

Jeden Tag, an dem ich seitdem gespielt habe, bin ich ein paar Minuten durch die Lichtung spaziert und habe mir angesehen, was möglich ist, immer mit der Frage im Hinterkopf: Fury Road oder Wasteland

Jetzt wo ich das Dorf zum Neujahrsfest fertig gebaut habe, wird es Zeit, diese Entscheidung zu treffen …

Skeeball!

Hast du Tipps für angehende Häuslebauer und Inneneinrichter, die mit dem Wohn-Editor von ESO loslegen wollen?

Es gibt so viele interessante Sachen, die man mit „Homestead“ anstellen kann, dass ich erzählen könnte, bis euch allen die Augen zufallen. Also kommen hier nur ein paar meiner Lieblingstipps:

1) Probiert alles aus! Sobald ihr das erste Heim euer Eigen nennt, schnappt ihr euch ein paar Dekorelemente von euren Freunden, beim Einrichtungshändler oder von ahnungslosen Bürgern* und schaut, was ihr damit anstellen könnt. Lasst die Sachen fliegen, dreht sie im Raum herum, bis ihr euch mit der Steuerung vertraut gemacht habt. Stapelt Dinge oder lasst sie sich überschneiden und versucht dann, jeden Gegenstand wieder einzeln aufzunehmen.

*1,5) Lernt, wie ihr stehlt. Investiert Punkte in den Taschendiebstahl. Investiert Punkte ins Schleichen. Zieht euch Tarnrüstung an. Und, egal wo ihr seid: Wenn ihr einen unachtsamen NSC seht, macht ihn nackig bis auf den Schlüpfer. Ihr wisst ja nie, wer Baupläne der Einrichtungsgegenstände bei sich hat. 

2) Experimentiert mit Lichtgebung, denn das wird ein essenzieller Teil jeder Kreation. Jede Lichtquelle ist unterschiedlich: hell oder dunkel, ruhige Flamme oder flackernd, großer Lichtkegel oder kleiner Bereich. Ein toller Trick für kleine Heime mit wenig Platz ist, nur eine Lichtquelle mit sehr großer Strahlkraft zu nutzen – die versenkt ihr in den Boden oder schiebt sie in die Decke, sodass sie den ganzen Bereich erleuchtet, aber nur einen Platz besetzt.

3) Bei großen Heimen müsst ihr im Hinterkopf behalten, dass sich die Obergrenze auf den gesamten Bereich bezieht. Bei manchen Heimen könnt ihr Durchgänge oder Abschnitte diskret abtrennen, um den Platz, den ihr füllen müsst, zu verringern. 4) Werdet Mitglied in einer Gilde, die sich dem Einrichten verschrieben hat, damit ihr nicht selbst jeden einzelnen Bauplan im Spiel finden und erlernen müsst!  In einer guten Gilde ist es egal, welches noch so seltene oder sonderbare Stück ihr sucht, irgendjemand wird es herstellen können. Manchmal werdet ihr diese Person sein, und ihr freut euch wie ein Schneekönig, wenn ihr jemandem dabei geholfen habt, ein Dutzend Gegenstände herzustellen, die euch zunächst komplett abstrus vorkommen. Aber dann besucht ihr denjenigen später und entdeckt, was er damit umgesetzt hat.

5) Sorgt dafür, dass ihr euch ohne Probleme durch alle Bereiche eures fertigen Heims bewegen könnt, dass euch nichts den Weg versperrt. Es mag in Tamriel zwar keine Brandschutzverordnung geben, doch wenn ihr einen Fleck zu schmal baut, werden die unabwendbaren Gesetze der unfreiwilligen Komik dafür sorgen, dass ihr jedes dritte oder vierte Mal, das ihr das Heim aufsucht, genau dort stecken bleibt.

Wo finden wir noch mehr von deinen Arbeiten?

Meine Schöpfungen findet ihr hier:

Schöne Feiertage!

Wow! Ein riesengroßes Dankeschön an Cindy, dass sie sich die Zeit genommen hat, uns so tief in ihre Schöpfungen und deren Entstehungsprozess einzutauchen. Wir sind immer wieder begeistert und tief beeindruckt von der Liebe, der Hingabe und dem Talent, die die ESO-Community in Heime und Szenerien steckt und was sie mit dem Wohn-Editor verwirklicht, und ihre Arbeit bildet da keine Ausnahme!

Seid ihr auf etwas Tolles gestoßen, das von The Elder Scrolls Online inspiriert entstanden ist – wart ihr sogar selbst kreativ? Wir freuen uns darauf! Schickt es uns über Twitter @TESOnline_DEInstagramTumblr oder Facebook, damit wir es dem Rest der ESO-Community zeigen können.

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