Brief vom Studio Director: 2020 im Rückblick

23.12.2020

Hier findet ihr einen Brief vom Director der ZeniMax Online Studio, Matt Firor, über die Herausforderungen und Triumphe für The Elder Scrolls Online 2020.

 

Hallo, ESO-Community! Nun, wir haben es hinter uns – wir haben es überstanden (nun, so gut wie, während ich das schreibe; ich will es jetzt nicht verschreien) und 2020 neigt sich dem Ende zu. Wir alle bei den ZeniMax Online Studios haben seit März von zu Hause aus gearbeitet – eine große Umstellung für uns. Wir haben es geschafft, das Jahr (größtenteils) sicher zu überstehen und die Schwierigkeiten zu überwinden, die sich daraus ergaben, dass das gesamte Team von zu Hause aus arbeitet. Wir sind sehr glücklich – und dankbar –, dass wir den Umstieg durchführen und 2020 mit beruflich und gesundheitlich unbeschadet überstehen konnten.

Dies war ein Jahr voller Kontraste für The Elder Scrolls Online. Die Anzahl der Spieler, die neu dazukommen, häufiger und länger spielen, hat so stark zugenommen, wie wir es bisher nur einmal erlebten: 2015 zum Startschuss der Konsolenfassungen. Unsere ganzjährige Erzählung mit ihrem Fokus auf dem westlichen Himmelsrand und Vampiren hat dabei sicherlich geholfen, aber dazu kamen auch andere Faktoren, beispielsweise die Aufregung nach unserer allerersten Live-Ankündigung aus Las Vegas im Januar, der Teaser letzten Dezember bei den Game Awards und natürlich auch die Pandemie. Allerdings gab es auch ein instabiles Spielerlebnis, viel zu viele Fehler und Probleme und manche wirklich holprige Veröffentlichung.

Wir können nicht über ESO und 2020 sprechen, ohne auch die Pandemie zu erwähnen. Mit einem Großteil der Welt im Shutdown führte das auch zu gewaltigen Änderungen am Spielerverhalten im Spiel: viel mehr im Spiel verbrachte Zeit und auch viel mehr Spieler allgemein. Uns ist natürlich bewusst, dass ESO für viele von euch etwas zum Abschalten ist, selbst wenn alles blendend läuft, aber in den vielen Monaten, in denen in der Welt da draußen einiges schiefgelaufen ist, wurde ESO zu einer Zuflucht: einem Ort, an dem man der Realität voller nicht ganz so toller Situationen zumindest für ein paar Stunden entkommen kann. Die Nutzung unseres Heimeinrichtungssystems ist explodiert, während sich viele von euch virtuell niedergelassen haben – es ging also nicht nur darum, wie viele von euch spielen, sondern auch wie ihr euch geändert und während der Pandemie angepasst habt. Wir fühlen uns geehrt, wenn wir immer wieder davon lesen, wie viele aus der Community überaus dankbar dafür sind, mit unserer Hilfe diese durchaus anstrengenden Zeiten überstehen zu können. Natürlich werden wir danach streben, weiterhin euer sicherer Hafen inmitten des Sturms zu sein.

Für das Entwicklerteam von ESO verlief allerdings nicht immer alles so rosig. Wir behielten unseren aggressiven Entwicklungszeitplan bei und im Nachhinein war das vielleicht nicht gerade die richtige Strategie. Eine Kombination aus dem normalen Entwicklungszyklus für Inhalte in ESO, Untersuchungen und Korrekturen lange bestehender Probleme, Leistungsverbesserungen für schwächere Geräte (und auch weniger Bluescreen-Fehler) und nicht immer reibungslose Zusammenarbeit (bei Entwicklern und Qualitätssicherung) bedingt durch das Arbeiten von zu Hause sorgten in vielen Fällen für ein mangelhaftes Spielerlebnis für euch. Kurzgefasst: Wir haben wie üblich fieberhaft weitergearbeitet, aber dabei die Realität des Arbeitens von zu Hause außer Acht gelassen. Bei jedem unserer vier Updates gab es zur Veröffentlichung verschiedene Fehler und Probleme. Korrekturen, die diese Probleme angehen sollten, sorgten für weitere Probleme. Aus offensichtlichen Gründen ist das nicht hinnehmbar und wir werden das während 2021 als Team angehen.

Ihr wisst bereits, dass der Erzählstrang für 2021 „Tore von Oblivion“ heißen wird. Die Einzelheiten dazu überlasse ich unserer Enthüllung nächsten Monat. Allerdings möchte ich an dieser Stelle betonen, dass wir 2021 mehr Zeit darin investieren werden, die Stabilität und Spielleistung zu verbessern – weniger in ganz neue Systeme. Unsere üblichen Updates für das Spiel sind davon natürlich nicht betroffen. Wir werden auf absehbare Zeit weiter von zu Hause aus arbeiten und ich möchte sicherstellen, dass unsere Updates und Patches 2021 glatt verlaufen und das Spielerlebnis einfach Spaß macht. Dies ist ein fortlaufender Prozess – und bedenkt bitte, dass wir üblicherweise sechs Monate oder länger im Voraus an Updates arbeiten. Als wir also im März damit begannen, auf das Arbeiten von zu Hause umzustellen, saßen wir bereits an den Inhalten für das dritte und vierte Quartal, was zu obigen Problemen führte. Wir haben vorerst geplant, das Team für grob die erste Jahreshälfte 2021 weiter von zu Hause aus arbeiten zu lassen, weshalb das Mantra „weniger neue Systeme“ auch 2021 so weitergehen wird.

Ich möchte an dieser Stelle nochmal ganz besonders alle bei ZeniMax Online erwähnen – ihr alle in der Community solltet wissen, wie fantastisch das Team von ESO ist. Es war ein sehr, sehr schwieriges Jahr für uns und das Team hat es mit einer Kombination aus Humor (manchmal sehr, sehr schwarzer), harter Arbeit und Durchhaltevermögen überstanden. Wir hätten dieses Jahr als Team nicht gemeinsam überstanden, hätten wir nicht schon so viele Jahre voller Teamarbeit und gegenseitigem Respekt hinter uns. Und auch wenn der Stresspegel manchmal bis zum Maximum ausgeschlagen hat, haben wir es doch geschafft, weil wir das eben schaffen können.

Und natürlich zum Ende: Bitte seid euch alle bewusst, dass alles, was wir an ESO unternehmen, für euch ist, für die Community. Selbst wenn wir es ab und an nicht ganz wie erwartet hinbekommen, arbeiten wir dennoch fleißig daran, euch die virtuelle Fantasy-Welt zu bieten, die ihr liebt. Eure Hingabe für das Spiel ist wirklich umwerfend und lässt uns weitermachen, egal wie düster die Zeiten auch sein mögen. 

Danke an euch alle, passt auf euch auf und habt ruhige Feiertage. Wir sehen uns 2021.

Matt

Mehr erfahren