Community-Schaukasten – Drifters Rollenspiel-Tagebuch

07.10.2021

Auf seinen Reisen in „The Elder Scrolls Online“ hat Tamriel Drifter die Abenteuer seines Charakters in einem umfangreichen Rollenspiel-Tagebuch festgehalten. Erfahrt mehr über Drifters Geschichte, die sieben Jahre umspannt, in unserem neuen Community-Schaukasten!

 

Erzähl uns von deiner „Elder Scrolls“-Reise. Wann hast du mit ESO angefangen?

Ich bin seit der Veröffentlichung bei ESO dabei. Zunächst habe ich mir als Fan von The Elder Scrolls V: Skyrim einen Nord erstellt und mit Freude die schönen, abwechslungsreichen und oft sonderbaren Gegenden des Ebenherzes erkundet, aber ich war ein Tourist. Erst als ich meinen ersten Bündnis-Charakter erstellt hatte und in Dolchsturz angekommen war, wusste ich, dass ich ein neues Rollenspiel-Zuhause gefunden hatte.

 

Ein Rollenspiel-Tagebuch zu schreiben, ist ja kein Pappenstiel. Weshalb hast du dich dazu entschieden, deine ESO-Abenteuer in diesem Format zu dokumentieren?

Ich glaube, auf die Idee kam ich, als mir klar wurde, dass man das gesamte Spiel aus der immersiven Ich-Perspektive spielen kann. Mir waren viele großartige Skyrim-Tagebücher aufgefallen. Meine anfängliche Herangehensweise, einen einzelnen Screenshot zu machen und dem eine Erzählung hinzuzufügen, kam also von ihnen. Jedoch fiel mir bald auf, dass man vor allem in der dynamischen und lebhaften Welt von ESO eine Geschichte auch ebenso durch Screenshots vermitteln kann wie durch Worte. 

Wie änderte sich dein Schreiben, während du deine ESO-Abenteuer fortgesetzt hast?

Die größte Veränderung passierte hinsichtlich der Perspektive. Als ich mit dem ersten Playthrough begann, war Simeon mein Alter Ego oder zumindest der, der ich sein wollte. Doch je mehr Hintergrundgeschichte ich seinem Tagebuch beifügte, desto schneller wurde er zu einer eigenständigen Person. Dann überlegte ich bald, wenn ich im Spiel vor einem Dilemma stand, nicht mehr, was ich tun würde, sondern was Simeon tun würde. Zudem gab es auch einen Wandel im Ton, wenn man die frühen anekdotischen Texte mit seiner trotzigen Laune vergleicht, wenn er dann durch Tamriel reist, bis hin zu seinen düsteren Einträgen über seine Erlebnisse in Kalthafen.

 

Nachdem du das Grundspiel nun abgeschlossen hast, stechen für dich bestimmte Erzählstränge oder Gebiete heraus?

Ich glaube, die einprägsamste Region von der Erzählung her waren Kluftspitze und die epischen Auswirkungen von Ransers Krieg. Für Simeon im Besonderen war es seine Einstellung gegenüber Vampiren, die sich durch die Erzählung grundlegend geändert hat. Als er in das Gebiet kam, musste er über das Schicksal eines Vampirs entscheiden. Im späteren Verlauf der Geschichte muss er dieselbe Entscheidung erneut treffen, doch dank des Einflusses von Haus Rabenwacht entscheidet er sich ganz anders. Das ist auch das erste Mal, dass er Skordo das Messer trifft, der im Alleingang seine ignorante Wahrnehmung von Orsimer über den Haufen wirft.

 

Was steht für deinen kaiserlichen Charakter Simeon Karpovich als Nächstes an?

Simeon will sich in Dolchsturz niederlassen, doch die Ruhelosigkeit seiner Seele verhindert, dass er seinen Frieden finden kann. Deshalb packt er seinen Rucksack zusammen und geht an den einen Ort, an den es jeden Söldner zieht, der auf Abenteuer, Prüfungen und Reichtum aus ist: nach Belkarth in Kargstein. Zwar freue ich mich auf all die faszinierenden Regionen, die er noch besuchen muss, aber am meisten bin ich darauf gespannt, wenn er schließlich in die Kaiserstadt zurückkehrt. Kann er in den Ruinen seiner einstigen Heimat Frieden finden?

Was an der Welt von „Elder Scrolls“ inspiriert dich, deine Geschichten zu erzählen?

Ein großer Teil von Tamriels Historie wird dem Spieler in Form von Büchern vermittelt, die subjektiv die Wahrnehmung und die Einstellungen des Verfassers wiedergeben. Ich dachte, ich würde gern die Ereignisse in ESO aus der Perspektive meines Charakters, eines ehemaligen kaiserlichen Legionärs, festhalten und dokumentieren, der in einer Gefängniszelle in Kalthafen erwacht. Natürlich habe ich mir, als ich angefangen habe, nicht ausgemalt, dass ich seine Abenteuer noch sieben Jahre später aufschreiben würde.

 

„Elder Scrolls“-Spiele eignen sich hervorragend für Menschen, die eigene Geschichten wie diese erzählen möchten, doch ESO ist auch ein Online-Spiel. Wie hat es sich auf deine Schilderungen ausgewirkt, dass es in der Welt noch andere Spieler gibt?

Dank „One Tamriel“ unterscheidet ESO von anderen Online-Spielen, dass es keine toten Bereiche gibt. Überall, wo man in ESO hingeht, gibt es andere Spieler, die ihren Angelegenheiten nachgehen. Manchmal helfen sie dir, manchmal stehen sie dir im Weg; doch am Ende tragen sie alle zu der Tamriel-Erfahrung bei. Häufig spielten andere eine wichtige Rolle im Geschehen, an Dolmen zum Beispiel, wo Feinde, die eigentlich unter verschiedenen Bannern kämpfen, Rücken an Rücken gegen die daedrischen Eindringlinge zusammenstehen. Klar, es kann für ein Rollenspiel-Blog schon eine Herausforderung darstellen, wenn ein Ork-Krieger im pinkfarbenen Hochzeitskleid auf einer Ziege vorbeireitet, aber um ehrlich zu sein haben die meisten von uns im Supermarkt schon Ungewöhnlicheres beobachtet.

 

Welchen Tipp hast du für andere Spieler, die ein Rollenspiel-Tagebuch wie deines entwickeln wollen?

Meiner Meinung nach ist es am wichtigsten, dass man für sein Tagebuch das richtige Zuhause findet. Twitter und Instagram eignen sich für anekdotische Begebenheiten. Tumblr ist wunderbar für Screenshot-Blogs, während Foren genügend Platz für ausschweifende Schilderungen bieten. Zwingt euch nie in einen Zeitplan, um produktiver zu sein. Es ist ein Hobby und je mehr Spaß es euch macht, desto länger bleibt ihr dabei. Und schließlich: Investiert zu Beginn noch nicht zu viel in die Hintergrundgeschichte. Erlaubt der Persönlichkeit des Charakters, sich auf der Reise zu entwickeln.

Gehörst du im Spiel einer Rollenspiel-Gruppe an? Hast du Lieblingsorte oder -aktivitäten beim Rollenspiel?

Ich habe keine Rollenspiel-Gruppe. Doch wenn ich in eine neue Stadt komme, lege ich oft erst einmal die Rüstung ab und mache einen Spaziergang, setze mich in eine Taverne oder an einen Wegschrein in der Nähe, um ein Gefühl für den Ort zu bekommen. Es ist toll, wie häufig ganz zufällig Spieler anhalten und mit dir interagieren. Ob durch eine gemeinsame Aktion, ein Lied oder mit einem Schlammkuchen – oder indem sie sich einfach neben dich setzen und beobachten, was um einen herum passiert.

 

Gibt es andere Rollenspieler, die unsere Leser sich mal anschauen sollten?

Wer nach jeder Menge tollen ESO-Berichten sucht, dem empfehle ich die Stories auf der ESORP-Website (Forums » Stories & Roleplay » Writer's Workshop » Stories) und den Bereich Fiktion & Rollenspiel im offiziellen ESO-Forum. Ich persönlich würde mich freuen, wenn das Hashtag #ESORPG häufiger in den sozialen Medien verwendet würde, um unsere Abenteuer mit anderen zu teilen.

 

Wo finden wir noch mehr von dir?

Mein ursprüngliches tumbr-Blog findet man unter tamrieldrifter.tumblr.com, die Website-Version liegt auf thetamrieldrifter.com. Ich poste Blog-Updates und den Screenshot als @TamrielDrifter auf Twitter.

 

Vielen Dank an Drifter dafür, dass du uns deine Geschichte und von deinem Tagebuch erzählt hast. Alles Gute für deine zukünftigen Reisen durch Tamriel. Wir hoffen, Simeon findet schon bald seinen Weg zurück in die Kaiserstadt – auch wenn ihm vielleicht nicht gefallen wird, was während seiner Abwesenheit aus dem Ort geworden ist! Falls ihr selbst etwas hergestellt habt oder euch etwas besonders gefallen hat, das irgendwie mit ESO zu tun hat, und ihr denkt, dass das auch was für die Community wäre, schreibt uns doch über TwitterInstagram und Facebook

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